Die letzte Zeit in einem kleinen Text wie diesem zusammenfassen zu wollen, erscheint fast unmöglich. Angefangen damit, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn eigentlich anfangen soll 🤦♀️ Vielleicht am besten irgendwo nach dem Blogartikel “Mal angenommen”.
Im Mai konnte ich meine Sprachstudien mit dem Abitur im Fach Schwedisch abschließen und bin damit offiziell berechtigt, an schwedischen Universitäten zu studieren. Es war ziemlich herausfordernd, den Inhalt und die Prüfungen von drei Schuljahren innerhalb von 3×10 Wochen abzuhandeln. Entsprechend erschöpft war ich dann auch kurz vor unserer großen Deutschland-Reise im Juni.

Die Reise selbst bestand aus vielen Autofahrten quer durchs Land, ersehnten Begegnungen und Unternehmungen mit Verwandtschaft, Familie und Freunden und ein wenig Erholung. Besonders schön war, dass unsere zwei großen Töchter uns zwei Wochen später nachgereist sind und den Rest der Reise mit uns gemeinsam erlebt haben. Und obwohl wir insgesamt fünf Wochen unterwegs waren, reichte die Zeit doch nicht, um alle zu treffen, die wir nach langer Zeit endlich gern einmal wiedergesehen hätten. Vielleicht war es auch viel weniger die Zeit, von der zu wenig da war, sondern vielmehr die Kraft. Gegen Ende der Reise war dann auch bei allen die Sehnsucht nach den eigenen vier Wänden und dem eigenen Bett recht groß.
Der verbleibende Sommer war in diesem Jahr hier in Schweden ein wenig zu kühl und zu nass. Da galt es jeden kleinen Sonnenmoment zu nutzen. Aber unabhängig vom Wetter genossen wir noch ein paar weitere Wochen gemeinsame Zeit als ganze Familie.
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres für die drei jüngeren Kinder und des neuen Unisemesters für die älteste Tochter in August/ September schien sich der neue alte Alltag wieder zurecht zu ruckeln. Mit zwei Ausnahmen:

Die zweitälteste Tochter spielte schon länger mit dem Gedanken, nach Deutschland umzuziehen. Plötzlich wurde es konkret. Schnell war Leipzig als das Ziel auserkoren, ein Umzugstermin wurde festgesetzt und dann begann eine Zeit gefüllt mit Bewerbungen, Wohnungssuche und vielen Plänen. Letztes Wochenende nun war es soweit: Ein letzter Abschied in Örebro und dann mit Zug und Bus nach Leipzig. Eine spannende Zeit liegt vor ihr. Und wir haben einen Grund mehr, mal wieder nach Leipzig zu reisen.
Die andere Ausnahme vom alten Normal bin ich.
Noch bevor sich mein Alltag wieder in seine alte Form rütteln konnte, wurde ich von unserer Dorfschule angefragt, ob ich eventuell für dieses Schuljahr den gesamten Kunstunterricht, also von der ersten bis zur neunten Klasse, übernehmen könnte. Das ist pro Jahrgang eine Klasse á durchschnittlich 11 Schüler. Nun habe ich eine knappe Halbzeitanstellung und übe mich im Learning-by-doing. Denn selber malen ist etwas komplett anderes als anderen verschiedene Mal- und Gestaltungstechniken nahezubringen. Und ein wenig Kunsttheorie und -geschichte soll ich ja auch noch vermitteln. Allerdings kommen mir hier ein wenig meine pädagogischen, didaktischen und psychologischen Kenntnisse aus dem Lehramtsstudium zu Gute.

Es macht unglaublich Spaß mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Die Sprache erlebe ich dennoch immer wieder als herausfordernd, wenn mir einzelne Fachwörter fehlen oder ich das zu schnelle, zu leise oder zu dialektgefärbte Reden der Kids nicht gleich verstehe und mehrfach nachfragen muss. In den ersten Wochen fehlten mir noch konkrete Unterrichtsmaterialien und ich habe viel improvisiert. Ich ließ zum Beispiel die jüngeren Klassen mit Hilfe von Schablonen (geometrische Figuren) ihren Namen schreiben und Tiere malen, während die älteren sich mit Graffiti und PopArt beschäftigen durften. Von nun an werden voraussichtlich die erste bis sechste Klasse ihr jeweils klassenspezifisch eigenes Programm erhalten, die siebte bis neunte aber noch parallel zueinander den selben Unterrichtsinhalt bearbeiten. Vielleicht ja hier demnächst mehr.
Ansonsten male ich natürlich weiter. Meine jüngsten Bilder habe ich eben in der Galerie hochgeladen (Auf meinem Instagram-Profil @NelFaro.Art sind sie entstehungszeitnaher zu sehen.) Aktuell bemühe ich mich, die Kirche von Norra Råda auf eine Leinwand zu bannen, und eine meiner nächsten Anfragen verspricht besonders spannend zu werden: Ich will versuchen, ein Haustier zu porträtieren – etwas ganz Neues für mich. Derweil hängt mein großformatiges violett-gelbes Kontrastbild leider weiter in der Warteschleife.

Außerdem baue ich mir gerade einen shopify-Webshop auf. Dort gibt es hoffentlich bald alle meine Prints und entsprechende Druckprodukte im neuen Look. Schau gern mal rein unter dem Menüpunkt Webshop (shopify).

Weil außer Schule und Malen auch im Haus noch einiges an Arbeit ansteht und ich nach wie vor über eine Weiterbildung nachdenke, liegt das kreative Schreiben derzeit ein wenig auf Eis. Irgendwann wird auch das wieder – und ich freue mich schon darauf, doch alles hat seine Zeit.
Bis demnächst, wir lesen uns 😊

Ein Kommentar zu „Nel’s News 23-39“