Im Fokus

Im Rampenlicht. Von allen gesehen.

Das ist eine tolle Sache, wenn Du Dich von Deiner besten Seite zeigen kannst, wenn Dir etwas ganz besonders gut gelungen ist, du toll aussiehst und alle Dich bewundern. Zumindest kann man es ja so aussehen lassen als ob – im Selfie, in der Selbstdarstellung für andere, mit der Maske, hinter die niemand schauen darf.

Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Was aber, wenn es doch einer tut? Dich sieht, wie Du bist. All das, was Du am liebsten versteckst. Mitunter können Menschen grausam sein, Tritte und Hässlichkeiten verteilen. Und das vielleicht auch nur, um selbst gesehen zu werden. Für einen Moment im Rampenlicht.

Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Woher kommt dieser Wunsch eigentlich? Diese Sehnsucht danach, unbedingt gesehen und wahrgenommen zu werden? Schon Kinder “fordern” es mitunter recht hartnäckig von ihren Eltern ein. Sie brauchen diese Aufmerksamkeit um zu spüren, dass sie wichtig sind, dass sich jemand um sie sorgt und für sie da ist. Sie brauchen diese Aufmerksamkeit als Orientierungshilfe, um zu lernen, was gut ist und was nicht. Ohne diese zugewandte Aufmerksamkeit ist es schwer, die eigenen und die Grenzen anderer zu erkennen und zu akzeptieren. Wird positive Aufmerksamkeit verweigert, kämpft Kind eben anders um’s Gesehenwerden. Vielleicht abgestempelt als schwer erziehbar und verhaltensauffällig.

Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Weil es so notwendig ist! Gesehen und wahrgenommen werden, heißt wichtig und wertvoll sein, Bedeutung und Würde haben.

Fühlst du dich gesehen? So richtig? Als der Mensch, der Du bist?

„beer la’hai roï – well of the living one who sees me“, Januar 2023, Acryl auf Leinwand, 90x70cm, 700

Die Person, von der mein Bild handelt, fühlt sich nicht gesehen. Sie muss lediglich tun, was von ihr verlangt wird. Durch einen “Zufall” bekommt sie plötzlich eine Bedeutung. Nicht in den Augen der anderen. Für die ist sie nur Mittel zum Zweck. Doch sie selbst sieht darin eine Gelegenheit, endlich gesehen zu werden, endlich größer zu sein als andere und ihnen das auch zu zeigen. Doch ihre “Verhaltensauffälligkeiten” haben einen Preis. Die folgenden Konflikte treiben sie zur Flucht in die Wüste. Einsamer und wertloser als je zuvor.

Und dann ein Lichtmoment.

In der Geschichte ist es ein Engel, der sie sieht und ihr zuspricht, dass sie sehr wohl von Bedeutung ist – unabhängig von der Meinung der anderen, und der ihr aufträgt zurückzugehen. Ich stelle mir vor, dass diese Begegnung viel in ihr bewegt hat. Im Moment des Gesehenwerdens konnte vielleicht auch sie besser sehen. Ihren eigenen Wert, ihre Würde, aber auch ihren eigenen Anteil an der Situation, aus der sie geflohen war. In diesem Moment sagt sie zu ihrem Schöpfer: “Du bist ein Gott der mich sieht” (Jahreslosung 2023) und den Brunnen nennt sie “Brunnen des Lebendigen der mich sieht”. (Nachzulesen in Genesis 16)

Positive Aufmerksamkeit kann so heilsam sein.

So ist das mit dem Licht. Es macht alles ein bisschen heller. Und farbenfroh.

Siehst Du die Menschen in Deinem Umfeld? Also so richtig echt!?
Vielleicht ist es ja Zeit, ein bisschen Licht zu verbreiten und zu sehen. So richtig echt.

Aufmerksamkeit um jeden Preis!

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(Und hier noch ein paar weitere Gedanken zur Jahreslosung auf der Website meines Mannes 😊: auf Deutsch und auf Schwedisch)

2 Kommentare zu „Im Fokus

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